HomeChronikDie Anfänge

Die Anfänge der Kapelle

Ein Blick in die Lamerdinger Musikgeschichte

Die Lamerdinger Musiker können nachweislich auf eine sehr lange Musiktradition zurückblicken.

Es begann vor mehr als 170 Jahren, als in diesem Ort der damalige Lehrer Johann Gumposch den Grundstein zur Lamerdinger Blasmusik legte.

In der Pfarrchronik von 1825 schreibt Pfarrer Andreas Iglinger ( 1810 - ­1832): „Seil ein paar Jahren hat Lehrer Gumposch mehrere hiesige Bürger in der Musik, namentlich Geige und Trompetenblasen unterrichtet“. Bereits ein Jahr später ist von einer „ordentlichen Musik“ die Rede. Die Eintragungen lauten wie folgt: „Vier junge Burschen von hier haben Lehrer Gumposch Unterricht und Übung in der Musik zu verdanken, so daß jetzt eine ordentliche Musik mit Violinen, Hörnern, Trompeten, Klarinetten, Oboen und Posaunen besteht“.

Aus den Aufzeichnungen von Planer Engelbert Mühleisen ( 1905 - 1925) geht hervor, daß It. Gemeinderechnung von 1836-1837 für den feierlichen Einzug von Pfarrer lgnatz Betz (Abholung von Langweid, eigener Musikwagen, Inschriften etc.) 16 Gulden und 6 Kreuzer bezahlt wurden. Aus dem Jahre 1854 wird im Rechnungsbuch der „Local-Armen-Pflege zu Lamertingen“ berichtet: „Daß von Tanzmusiken, Hochzeiten in der Gemeinde Lamertingen nicht mehr und nicht weniger in die dortige Armenkasse gehalten sind als 2 Gulden und 9 Kreuzer. Belegt und beglaubigt. Lamertingen, am 30. Nov. 1854“. In der damaligen Zeit war es üblich, daß ein Veranstalter für Tanzmusikbewilligungen eine entsprechende Summe in die „Armenkasse“ zahlen mußte. Im Rechnungsjahr 1856/60 belaufen sich die Einnahmen von Tanzmusiken auf 6 Gulden und 24 Kreuzer.

Doch scheint damals nicht nur Tanzmusik gespielt worden zu sein. Auch Kirchenmusik wurde gepflegt, denn in der Pfarrkirche wurde erst im Jahre 1892 eine neue Orgel der Firma März, München, angeschafft. Im Rechnungsjahr 1861-62 steht in der Gemeinderechnung: „Die Gemeinde zahlt den hiesigen Chor-Musikern 6 Gulden Gehalt“. 1863 zeigt die Armenrechnung Einnahmen von 36 Gulden, 11 Kreuzer auf, die „für Tanzmusiklizenz am 19. Jänner 1863 an der Hochzeit des Johann Hutter“ gezahlt wurden. Im gleichen Jahr nennt das Pfarrarchiv feierliche Ämter, für welche die Musiker vorher in der Schule unter Lehrer und Chorregent Johann Gumposch fleißig geprobt hatten. „Das war sehr zur Aneiferung der Musiker“ heißt es.

Weitere Eintragungen über musikalische Aktivitäten findet man in den Gemeinderechnungen bzw. den Armenrechnungen u. a. in den Jahren 1868, 1871, 1873, 1875, 1879, 1881, 1884, um nur einige zu nennen. Nach der Pensionierung von Lehrer Gumposch übernahm Max Remmele das Amt des Dirigenten.

Aus dem Jahre 1871 wird berichtet, daß aufgrund des siegreichen Deutsch-Französischen Krieges eine „Friedensfeier mit einstündigem Geläute am Vorabend, Musik Böllersalven“ abgehalten wurde.

ln diesem Jahre legte der damalige Ortslehrer Stury mit fünf Musikern den Grundstein der heutigen Blasmusik. Seit dieser Zeit scheint nun überwiegend mit Blasinstrumenten musiziert worden zu sein. Nach kurzer Zeit wird bereits Franz Baur als Dirigent der Kapelle genannt, der seine Ausbildung bei Stury erhielt und als Posaunist unter Musikmeister Neudel sen. beim 3. Infanterie-Regiment in Augsburg diente. Unter seiner Leitung erhielt die Musikkapelle einen großen Auftrieb, da immer weitere Musiker ausgebildet wurden.

Musikkapelle 1900

Bild: Die Musikkapelle Lamerdingen im Jahre 1900

Von links nach rechts: Franz Xaver Wörle, Romanus Schreiber, Franz Baur, Martin Horn, Josef Schmid, Johann Baur, Ludwig Horn.

 
adsfasdfsadfsdfdsfasdfsdf